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"Aber das ist doch mein Zimmer"

Samstagmorgen, ich stehe im Bad und freu mich gerade darüber wie schön doch meine beiden Kinder im Kinderzimmer meines Ältesten spielen. Ja, ein Lichtblick, war doch die Kleine heute morgen eher anstrengend.

Mein Mann schaut mal nach, was die beiden so machen und während ich noch die Wäschberge in Körbe verpacke höre ich meinen Mann und Sohn laut diskutieren.

Gut, gehe ich eben auch noch nachsehen und mich trifft der Schlag. Mein Sohn hat angefangen sämtliche Möbelstücke zu verschieben. Ich traue meinen Augen nicht, versuche aber erstmal ruhig zu bleiben.

Ich: "Was ist denn hier los?"
Der Große: "Ich möchte mein Zimmer umgestalten!"

Ich bekomme Panik, merke wie ich anfange zu schimpfen, du kannst doch den großen Schrank nicht direkt vor das Fenster stellen und nein, dein Bett bleibt, wo es ist... Ich werde lauter, es bleibt bei meinem Nein.
Der Große: "Aber das ist doch mein Zimmer, hier kann ich machen was ich will!" und die Tränen kullern.



Ich merke, dass ich jetzt nicht hier bleiben kann, ich kann einfach nicht vernünftig mit ihm diskutieren, kann seinen kreativen Wünschen keinen Raum lassen. Das geht doch nicht und das Bett muss an einer Innenband sein!
Ich ziehe mich zurück und überlasse es meinem Mann die Situation zu entschärfen. Er kann hier einfach mehr Ruhe bewahren und sich die Wünsche unseres Sohnes einfach erstmal anhören.

Ich bin total verkrampft und versuche in mich hinein zu hören, warum ich jetzt einfach nicht möchte, dass er das Zimmer umgestaltet. Und ich merke, während ich das hier schreibe, dass meine Vorstellungen von einem Kinderzimmer einfach unrealistisch sind. Immer sauber, immer aufgeräumt, die Schränke da, wo ich sie möchte. Es bedeutet Stress für mich Gewohnheiten (und wenn es nur die Anordnung der Möbel ist) einfach zu ändern.

Aber hey, es ist sein Zimmer und wenn es jetzt, nach seiner Kreativitätsphase, für mich merkwürdig aussieht, dann ist es einfach so.

Für meinen Großen scheint es ein schönes Gefühl zu sein etwas Neues geschaffen zu haben, nach seinen Vorstellungen. Ich muss ihm mehr Raum geben für seine Gedanken, Gefühle und Kreativitätsausbrüche...

Und jetzt merke ich, wie ich ruhiger werde, weil ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben habe. Hier und Jetzt. Die Wäscheberge türmen sich immer noch, das Geburtstagsgeschenk, dass wir heute Nachmittag brauchen ist immer noch nicht eingepackt und der Große rennt immer noch im Schlafanzug durch die Gegend. Aber ich fühle mich nicht mehr ganz so furchtbar. Die Wäsche wird schon noch sauber, das Geschenk eingepackt und ich bin mir sicher, dass mein Großer nicht im Schlafanzug auf die Geburtstagsparty seiner Freundin gehen wird.

Und ich bin mir sicher, dass ich, wenn ich jetzt in sein Zimmer gehe, die neue Anordnung doch eigentlich nicht schlecht finde, o.k. bis auf ein paar Kleinigkeiten aber das ist doch sein Zimmer...

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