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Alles immer gleich, sofort und jetzt und hier

Halt! Stopp! 
Mensch was ist nur los mit mir... 
Jetzt hat mir mein Mann vor einer Woche diesen Block eingerichtet. Soweit so gut, die ersten Artikel sind gepostet und ich stelle fest, dass ich sehnsüchtig darauf warte, das gaaanz viele Menschen da draußen meine Posts lesen und kommentieren. Am liebsten wäre ich schon "bekannt", hätte mir einen Namen gemacht usw. 
Natürlich habe ich im Netz in den letzten Tagen wahnsinnig viele, schöne, interessante, spannende, witzige, ansprechende und nachdenkliche Blogs gefunden und habe mir dauernd gedacht, Mensch so muss meiner auch sein. Jetzt, gleich, hier, sofort und am besten ganz von allein und ohne viel Arbeit und Mühe. 
Dass die meisten Blogger sehr viel Zeit und auch Geld investieren und dass es oft Jahre dauert, bis sich ein Blog etabliert hat, ist mir egal. Das muss doch funktionieren und natürlich bin ich gefrustet, dass ich keine feste Leserschaft habe und (noch) niemand meine Posts kommentiert hat. 

Ich kenne das von mir, ich bin für kreative Sachen und Dinge immer sehr schnell zu begeistern. Was andere Menschen im kreativen Umfeld machen und sich aufgebaut haben fand ich schon immer toll und spannend. Und wollte das selbst auch gleich ausprobieren, natürlich mit einer 100%igen Erfolgsgarantie. Leider ist sehr vieles davon einfach im Sande verlaufen...einfach, weil ich nicht genug Durchhaltevermögen, Geduld und Ausdauer besitze. 
Ich erinnere mich sehr oft zurück an meine Jugendzeit, ich wollte unbedingt Modedesignerin werden... also jetzt, gleich, sofort und mit durchschlagendem Erfolg. Das von mir angefangene (nicht fertig gestellte), sackähnliche T-Shirt in einer Mischung aus blau, grün und türkis ist heute noch im Nähzimmer meiner Mutter zu finden und erinnert mich sehr, sehr oft daran, dass ich sehr viele Dinge angefangen und nicht zu Ende gebracht habe. 
Irgendwie zieht sich das durch mein Leben und ich stelle fest, dass es mir mit diesem Blog sehr ähnlich geht. 
Ich setze mich, mit meiner geliebten Tasse Kaffee und versuche meine Gedanken zu sammeln und zu ordnen. 

Nachdem ich eine Weile vor mich hingegrübelt habe, merke ich, dass es mir vor allem darum geht meine Gedanken zu Papier zu bringen, Ordnung in dieses Wirrwarr in meinem Kopf. Meine Gedanken und Gefühle auszudrücken und ein wenig von dieser Last, die ich mit mir herumschleppe, abzuladen. Und das kann ich beim Schreiben viel besser, als wenn ich jemandem erklären müsste, wie es mir gerade geht und was ich denke und fühle. 


"Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste."
Herta Müller, Literatur-Nobelpreisträgerin
Meine Lichtblicke heute: der feste Vorsatz nur für mich zu schreiben, eine Tasse Kaffee und ein gutes Gespräch mit den Kollegen und (beim Durchstöbern eines wundervollen Blogs) eine tolle, kreative Idee für den Muttertag. Und die werde ich umsetzen...


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