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Ein Einkaufszettel voller Liebe

Nach einem eher frustrierenden Abend des "Blogeinrichtens" (weil mein Kopf und mein Herz sich diese Sache mal wieder leichter, anders, schöner, schneller, toller und weniger aufwendig vorgestellt haben) sitze ich vor meinem Text "meine bunte Seite". Ich zeige auch diesen Text meinem Mann (gehe raus, weil ich nicht dabei sein möchte während er liest).

Als ich zurückkomme sieht er mich etwas bestürzt und traurig an. Er ist traurig, dass mir nichts Positives und Schönes über mich einfällt.


Mann: "Also mir würden hier schon recht viele Sachen einfallen..."

Frau: "Ah o.k., mir nicht"


...wieder vergeht eine Weile, während er mir hilft an diesem Blog zu basteln.

Der Blog sieht einfach nicht so aus, wie ich mir das vorstelle und ich muss zugeben, dass es für mich noch richtig ungewohnt ist, meine Texte zu posten. Der "Veröffentlichen"-Button scheint einfach nur zu rot und zu gefährlich zu sein. Ich bin frustriert, traue mich nicht (weil ich um irgendwelche Folgen fürchte, die sicher in hundert Jahren nicht eintreffen) und merke, wie ich schon wieder dabei bin, eine Idee aufzugeben, die ich vor einigen Stunden noch richtig genial fand. So geht es mir oft. Anfangs impulsiv und enthusiastisch und wenn es dann nicht gleich so läuft, wie mein Kopf sich das vorstellt, lass ich es lieber gleich bleiben.

Aber ich bin fest entschlossen, diesen Blog mit grauen und bunten Artikeln zu füllen und durchzuhalten.
Mein Mann bemerkt meine Unsicherheit, er versucht mich zu überzeugen, dass nichts passieren kann (ja was denn auch?) und mich zu ermuntern meine Texte zu veröffentlichen.


Frau: "Ja aber der Text "Meine bunte Seite" ist ja noch gar nicht fertig."

Mann, während er seine e-mails checkt: "Ich kann dir da schon noch schnell was runterschreiben."

Frau, stirnrunzelnd: "Das klingt jetzt aber eher so, als würdest du einen Einkaufszettel schreiben."

Mann, surft im Internet...

Frau: "Ich geh nochmal raus, du kannst ja hier noch was dazuschreiben, wenn du möchtest, es ist aber auch o.k., wenn du nicht möchtest!"


Als ich wieder reinkomme, stelle ich fest, dass er meinen Artikel nicht ergänzt hat und sage erstmal gar nichts, bin noch genervter und frustrierter und natürlich ist es jetzt irgendwie nicht o.k, dass er nichts geschrieben hat.
Ich bin müde, möchte ins Bett, ein bisschen lesen und dann einfach den Ausschaltknopf drücken.

Noch kurz meine Mails auf dem Handy checken... aha, mein Mann hat mir geschrieben.

Eine Mail.

Einen Einkaufszettel.

Meine Frau:
- ist sehr kreativ, bastelt (mittlerweile) gerne und gut
- kann tolle Karten zu allen Anlässen schreiben
- kann wunderschöne Fotobücher gestalten
- ist eine liebevolle Mama
- ist eine zärtliche Ehefrau
- ist manchmal etwas zu streng mit sich selbst
- macht sich oft unnötigerweise Gedanken über das, was andere über uns denken könnten
- tut sich schwer abzuschalten und zu genießen
- ist aber dennoch die beste Frau auf Erden für mich!

Ich bin gerührt, eine Träne kullert über meine Wange. Ein Glücksgefühl macht sich breit, zum einen, weil er sich die Zeit genommen hat diesen Einkaufszettel voller Liebe zu schreiben und zum anderen weil dieser Einkaufszettel mein ganz persönlicher Lichblick heute ist.



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P.S. meinen, für mich immer noch unvollständigen und nicht zufriedenstellenden Post "Meine bunte Seite" möchte ich hier nicht vorenthalten...

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