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Fastenzeit und die Lieblingssüßspeise

Wir sind katholisch. Nicht streng katholisch aber katholisch. Und so versuchen wir auch unseren Glauben an Groß und Klein weiter zu geben und zu vermitteln.
Tisch- und Abendgebet gehören zu unserem Familienalltag und das finde ich sehr schön. Genauso wie die kirchlichen Festtage.

Und nun, sind wir wieder mittendrin - in der lieben Fastenzeit.

Ich gebe zu, dass ich schon lange nicht mehr versuche auf irgendetwas zu verzichten, da ich in dieser Hinsicht leider nicht das nötige Durchhaltevermögen aufbringe. Und auch der Versuch von meinem Mann und mir, vor einigen Jahren, auf das von uns so sehr geliebte koffeinhaltige Heißgetränk zu verzichten ist kläglich gescheitert. Einfach, weil wir und die Menschen in unserer Umgebung unter unser schlechten Laune gelitten haben.

Nun kam Groß aber dieses Jahr auf die schlaue Idee zu fasten. Toll, dachte ich mir und fand das schon sehr erwachsen von ihm. Und dachte da, in meinem jugendlichen Leichtsinn, so an die täglichen Süßigkeiten. Leider kam er auf die Idee auf seine Leibspeise zu verzichten und das ganze sechs lange Wochen. An sich ja immer noch eine wahnsinnig tolle Idee (sollte man ja auf das verzichten. was einem am meisten "weh" tut), aber dieser Vorsatz stellt mich nun vor eine sechswöchige Herausforderung.

Es ist leider so, dass Groß ein sehr wählerischer Esser ist und unser wöchentlicher Mahlzeitenplan ohnehin schon nicht sehr viel Abwechslung bietet. Da wir aber alle nun auf seine Leibspeise verzichten dürfen, bleibt jetzt leider nicht mehr viel anderes Essbares übrig.

Es grenzt schon fast an einen Kampf jeden Tag aufs neue etwas auf den Mittagstisch zu bringen, was Groß und Klein schmeckt. Mir hängen mittlerweile alle Varianten, mit denen ich Groß und Klein begeistern und zum essen motivieren kann,  zum Hals raus.
Ich gebe zu, dass es mit der Leibspeise auf der Liste, sicher auch nicht viel besser wäre aber wenigstens hätte ich noch ein Gericht mehr zur Auswahl.

Vier Wochen haben wir bereits geschafft. Vier Wochen in denen wir das italienische Lieblingsteigprodukt in der immer gleichen Variation (nämlich trocken, ohne alles) verschlungen haben. In denen ich die schwäbischen Teigtaschen mal in der Pfanne und mal in der Suppe serviert habe. In denen der plattgedrückte, rechteckige Fisch mit Panade im Backofen schmorte. Vier Wochen in denen wir das italienische runde Bestsellerprodukt mal wieder nur in der Margharita-Version gegessen haben. Vier Wochen Currywurst mit Pommes und das ohne Curry und nur mäßig Pommes (weil die nach Kartoffeln schmecken und gegen Kartoffeln scheinen Groß und Klein allergisch zu sein). Vier Wochen in denen die Kässpatzen von meinem ehemals liebsten Essen zum "Halsraushänger" des Monats wurden.

Vier Wochen in denen Groß immer wieder im Brustton der Überzeugung kund getan hat, dass er prima ohne seine Leibspeise auskommt.

Vier Wochen, die wir von insgesamt sechs schon geschafft haben.

Vier Wochen auf die ich, mit größter Bewunderung für das Durchhaltevermögen meines Großen blicke.

Zwei Wochen bis die Fastenzeit endet, mit dem Wissen, dass Groß es bis zum bitteren Ende durchziehen wird.

Zwei Wochen bis zum Ende der Fastenzeit und mit der Gewissheit, dass seine Leibspeise dann wieder einen kleinen Lichtbllick und ein klitzekleines bisschen Abwechslung auf unseren Essensplan wirft.


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