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Online, offline, online

Seit einigen Tagen mache ich mir Gedanken. Gedanken, die mir nicht gut tun, dass merke ich selbst und sicher hat alles (wie so oft) banale Gründe.

m Zeitalter des Internet, von e-mails und Messenger Diensten bin ich, mehr denn je, auf (positive) Nachrichten angewiesen.

Ja es fühlt sich wirklich so an....ich bin angewiesen... ich ertappe mich immer wieder dabei. Ich warte regelrecht auf Nachrichten, die mir ein ums andere Mal versichern, dass ich nichts falsch gemacht habe, dass meine Bekannten und Mitmenschen mich mögen, dass alles in Ordnung ist, dass ich mir keine Gedanken machen muss. Ich warte auf Nachrichten von meinen Kontakten, die mich fragen wie es mir geht. Oder einfach Nachrichten die mir sagen, was meine Kontakte gerade machen, was sie fühlen und denken.

Eigentlich ganz normal, denken jetzt vielleicht viele. Mag sein, aber genau in diese Moment passiert es dann...

...die Nachrichten bleiben aus. Eine Bekannte, die mir mehrmals täglich schreibt, meldet sich plötzlich vier Tage hintereinander nicht mehr, in meinen Gruppen wird nichts mehr gepostet und wie es mir geht scheint sowieso gerade niemanden zu interessieren.

Mein Magen krampft sich zusammen und dann kommt meine "Was-ist-wenn-Schleife" zum Vorschein. Mein ganz persönlicher Klassiker. Was wäre wenn ich was Falsches geschrieben habe, was wäre wenn meine Bekannte mich plötzlich nicht mehr mag. Was wäre wenn sie jetzt mit jemand anderem ihre Gedanken und Gefühle austauscht, was ist wenn die Leute hinter meinem Rücken reden... diese Schleife kann ich in allen Variationen endlos fortsetzen. Ich kann mich in diese Endlosschleife so reinsteigern, dass es mir minütlich schlechter geht.

Ich ertappe mich dabei, wie ich alle zehn Minuten nachsehe, wann bestimmte Kontakte online waren. Ich ertappe mich dabei, wie ich nachsehe ob ich in bestimmten Gruppen noch Mitglied bin. Andauernd checke ich mein Handy, nur um ein ums andere Mal zu sehen, dass mir niemand geschrieben hat, nicht mir persönlich und auch nicht in eine Gruppe.

Aber was wäre denn wenn:

- ich was Falsches geschrieben habe?
Dann würde ich von guten Freunden und Bekannten erwarten, dass sie mir sagen, was nicht in Ordnung ist.

- meine Bekannte mich plötzlich nicht mehr mag?
Dann muss es wohl so sein. Nicht gerade befriedigend, für mich jedenfalls nicht, aber ich denke jetzt gerade ganz fest an Menschen, von denen ich weiß, dass sie mich so mögen, wie ich bin: Mein Mann, meine Kinder und meine Eltern.

- sie mit jemandem anderem ihre Gedanken und Gefühle austauscht?
Schön, dann kann ich mich jetzt erstmal ganz um mich kümmern. Was ist denn mit meinen Gedanken und Gefühlen? Ich muss nicht auf Nachrichten antworten, sondern habe Zeit für mich und kann diesen Post schreiben.

- die Leute hinter meinem Rücken reden?
Das wäre schlimm, versuche ich doch immer nicht zum Dorfgespräch zu werden. Wieder denke ich ganz fest an meinen Mann, meine Kinder und meine Eltern, die nicht hinter meinem Rücken über mich reden würden.

Das Handy liegt vor mir, ich schiele darauf und bin nah dran, gleich nochmal nachzusehen, ob sich jemand gemeldet hat.

Vermutlich hat dieses Nicht-Melden sehr einfache, banale Gründe: keine Zeit, Stress mit der Familie oder im Job, einfach nur müde und früh ins Bett gegangen, zuviel anderes um die Ohren oder schlicht und ergreifend keine Lust und Muße endlose Nachrichten auf dem kleinen Display zu tippen.

Und wenn ich ehrlich bin, sind die Nachrichten von Menschen, die man nicht erwartet hat sowieso die schönsten Lichtblicke: eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier, die ich überhaupt nicht erwartet hatte. Ein, von einer Freundin organsiertes Frühstück mit ihr, weil ich bei unserem Mädelsabend nicht dabei sein kann...

So und jetzt "Zuletzt-Online"-Zeitstempel raus, Handy auf lautlos und mich morgen über einen ganz unerwarteten Lichtblick freuen, der sicher kommen wird.


...offline...

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