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Sonnenschein und doch so grau

Mal wieder...schon beim Aufstehen merke ich, dass ich einen Kloß im Magen habe.
Schon der gestrige Abend war irgendwie Mist. Ich habe mich so darauf gefreut nach Hause zu kommen, Groß und Klein bei den Großeltern abzuholen und zack...

...war das Glücksgefühl schon wieder vorbei...

Es fing einfach damit an, dass Groß und Klein nicht das wollten, was ich wollte.

Trotz einer kleinen Auszeit für mich selbst und wohltuender Dusche blieb dieses motzige Gefühl bestehen, das ich mit nach Hause gebracht hatte.

Mein Mann hat es gut gemeint und Abendessen gekocht, ich hatte keine Lust auf das Essen und wurde noch motziger. Das Essen brannte anschließend noch in den Topf, ekliger Geruch lag in der Luft und ich wurde unfair. Meinem Mann gegenüber und Groß und Klein. Ich  motzte weiter, grantelte rum und fing bei jeder Kleinigkeit an laut zu schimpfen...

Weder mein Mann noch Groß und Klein haben verstanden warum... wie denn auch, ich wusste ja selbst nicht, warum ich so schräg unterwegs war. Schon an diesem Punkt kam ich mir mal wieder wie die schlechteste Mutter und Ehefrau aller Zeiten vor, aber ich konnte einfach nicht raus aus meiner Haut. Es ging mir einfach alles auf die Nerven.

Und dieses Gefühl hat sich bis heute morgen gehalten. Ich war grantig, unzufrieden mit mir selbst.
Immerhin habe ich es am Frühstückstisch geschafft meine Laune in Zaum zu halten.

Und jetzt sitze ich hier, sehe aus dem Fenster, wie die Sonne scheint und höre wie die Vögel zwitschern. Ein schönes Frühlingserwachen.
Doch dieses Gefühl will und will sich einfach nicht einstellen.
Alles grau. Hellgrau, mausgrau, dunkelgrau.
Und das Schlimme daran ist, ich kann es an nichts Konkretem festmachen. Es ist nichts Außergewöhnliches passiert. Nichts, was meinen durchgeplanten Tag durcheinander bringen würde, keine bösen Worte, kein Streit und trotzdem wächst der Klumpen in meinem Magen so vor sich hin.

Ich versuche in mich reinzuhören.

Für morgen muss ich meine Pläne kurzfristig ändern, es ist eigentlich nur eine Kleinigkeit. Trotzdem muss ich mich gegenüber den Babysittern von Groß und Klein erklären. Und nein, ich habe keine Lust mich für irgendetwas zu rechtfertigen und doch weiß ich, dass ich an diesen Punkt kommen werde. Und ja, wenn es soweit ist werde ich mich rechtfertigen. Ich kann einfach nicht anders. Und dieses Wissen und die Veränderung meines Alltags frusten mich schon heute.

Und noch etwas wirft seine Schatten voraus. Das Wochenende steht vor der Tür und dieses verbringe ich allein mit Groß und Klein. Mein Mann ist mit einem Freund on Tour. Ich gönne ihm diese Auszeit von Herzen. Auch ich hatte erst kürzlich einen wunderbaren Kurzurlaub mit meinen Mädels.

Und doch treibt mir der Gedanke, dass ich nicht auf seine wundervolle Hilfe und Ansprache in allen erdenklichen Wochenendlebenslagen zurückgreifen kann, leicht den Angstschweiß auf die Stirn.
Ich versuche das Wochenende so gut es geht zu planen und weiß jetzt schon, dass es sich an bestimmten Stellen einfach wie Kaugummi ziehen wird und dass Groß und Klein meine schönen Pläne an diversen Stellen durcheinander wirbeln werden.

Vielleicht sollte ich einfach gar nichts planen, versuchen die nächsten Tage so zu nehmen wie sie sind. Den Kopf ausschalten und das Hier und Jetzt genießen.
Aber meinem Kopf und meinem Klumpem im Magen fällt genau das so unendlich schwer.

Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen. 
Friedrich Dürrenmatt 

Eines habe ich mir dennoch für heute fest vorgenommen. Nicht so streng mit Groß und Klein zu sein. Sie können ja schließlich überhaupt nichts dafür, dass ihre Mama mal wieder einen grauen Tag erlebt, wo ihr eigener doch so kunterbunt ist.


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