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Wer wir sind

Schreiben tut mir gut. Ich habe das Gefühl es hilft mir, wenn mir mal wieder alles zwischen schwarz und hellgrau erscheint  Aber was?
Meine Ängste und Sorgen? Die ich nicht in Worte fassen kann – jedenfalls nicht so richtig.
Das ich anders sein könnte.
Dass mich so vieles bedrückt, was für andere Mamas völlig normal scheint?
Dass ich immer darauf bedacht bin, wie mich andere Menschen sehen und wahrnehmen, dass ich immer allen alles recht machen muss und mich dabei verbiege und vergesse.
Dieses Gedankenkarussell, das sich immer weiter dreht, hab ich was falsch gemacht, was ist wenn die Kinder sich schrecklich daneben benommen haben... (diese Liste könnte ich unendlich fortsetzen).Ich möchte so vieles loswerden und finde keinen Anfang.

Ich möchte endlich Ordnung in meine Gedanken bringen, deswegen fange ich jetzt einfach mal bei mir an.
Ich bin eine Mama. Eine Mama mit Herz und Seele. Eine Mama, die Ihre Kinder sehr liebt und die doch allzu oft an ihre Grenzen kommt.

Ich bin 33 Jahre alt, verheiratet und stolze Mama von meinem Bub und meinem Mädchen. Die beiden sind 6 und 2 und mein allergrößtes Glück.

Wir wohnen auf dem Land, jeder kennt jeden, in einem Einfamilienhaus. 

Vorzeigefamilie?



Vielleicht. Wenn da nicht dieses Chaos hinter den Kulissen wäre...

Und ich spreche nicht von dreckigen Fenstern, nicht geputzten Räumen oder sonstigen Arbeiten, die aufgrund von Zeitmangel einfach hinten anstehen müssen.

Ich spreche von...

Ja von was eigentlich? 

Das ich mich oft nicht wohlfühle in meiner Mamarolle, dass ich mich oft weg von den beiden wünsche, doch nicht loslassen kann und alles unter Kontrolle haben muss, dass ich manchmal einfach nicht weiß, was ich mit den beiden noch spielen, basteln oder anstellen soll. Dass ich sie mir manchmal einfach anders wünschen würde, als sie sind, dass ich mich dauernd der „Was wäre wenn… -Frage“ ausgeliefert sehe. Es ist ein Kampf, jeden Tag aufs Neue, ein Kampf mit mir selbst, denn was ich im Grunde meines Herzens weiß, ist, dass ich zwei wirklich großartige Kinder habe!

Mein Großer, er ist einfach klasse, sehr wissbegierig, er kommt in die Schule und freut sich schon darauf. In seinem kleinen Kopf sind schon so viele wunderschöne, erstaunliche Dinge abgespeichert, dass ich manchmal gar nicht glauben kann, was er schon alles weiß. Er ist sehr musikalisch und lernt seit einem halben Jahr ein Instrument. Das Notenlesen fällt ihm schwer, am liebsten ist es ihm, wenn er sich hinsetzen kann und seine eigenen Kreationen spielen kann. Er träumt von einer Band. Er ist hilfsbereit (zumindest meistens und wenn er es möchte), handwerklich sehr begabt und hat viele tolle, kreative Ideen, die er am liebsten sofort und hier und jetzt umsetzen möchte. Und er ist ein toller großer Bruder, der, wenn es darauf ankommt, seine Schwester gegen alles und jeden beschützt und verteidigt.

Meine Kleine, ein freches kleines zweijähriges Mädchen.
Vorbild? 
Großer Bruder. 
Sie spricht wie ein Wasserfall, wiederholt alles, gefühlt unendlich. Sie liebt Bücher, genau wie ihr Bruder. Sie hat schon mit knapp zwei Jahren einen sehr großen Wortschatz. Sie ist höflich, lustig, manchmal zornig aber unendlich süß.

Und die beiden sind gesund! Ich habe das große Los gezogen und zwei, gesunden Kindern das Leben geschenkt. Und ich danke Gott dafür.

Was will ich mehr? 

Und doch gibt es Tage an denen mich alles unendlich viel Kraft kostet, an denen ich mich morgens aus dem Bett quäle. An denen alles unendlich schwierig erscheint. An denen die Kinder zur Zerreißprobe für mich werden, obwohl sie einfach sie selbst sind. Spielen, Lachen, Toben, sich zanken und laut sind.

Ich wünsche mir nicht da zu sein, ich wünsche mir Ruhe und Einsamkeit. Solche Gedanken fühlen sich für mich als Mama furchtbar an und die ersten Tränen kullern. Es sind doch meine geliebten Kinder. Ich verstehe die Welt nicht mehr und noch viel weniger mich selbst. Hellgrau, Mausgrau, Schwarz...

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