Direkt zum Hauptbereich

Die Anspruchshaltung an den Osterhasen

Wahnsinn, was für ein Anspruch ein fast 7-jähriger an den  Osterhasen stellt. Ich bin aus meinem Traum von einem kleinen Osternest mit Schokoeiern und einem Schokohasen aufgewacht. Auf dem Boden der Tatsachen gelandet, wie wenn eine Seifenblase zerplatzt.

Wenn ich da so an meine Kindheit zurück denke, gab es schon auch immer eine Kleinigkeit neben den obligatorischen Süßigkeiten. Aber es waren wirklich Kleinigkeiten. 

Bereits als ich die Osterhasen-Wunschliste, mit den von Groß diktierten Wünschen geschrieben habe, konnte ich kaum glauben, was er sich da wünscht und was ich da aufschreibe. Ein Roller, ein Fahrrad, der neue Lego-City-Eisenbahn-Supermegapack, ein Trampolin und so weiter.
Auf meinen Rat, sich doch noch ein paar Kleinigkeiten zu überlegen, sind Groß tatsächlich noch ein paar Bücher und DVD's eingefallen aber sein sehnlichster Wunsch war einfach sein cooler Roller. Und das seit das Christkind diesen nicht gebracht hat. 

Diese Osterhasenwunschliste hat uns wirklich zum Nachdenken gebracht. Dieser ganze Kommerz, die immer länger werdenden Wunschlisten, die immer größeren und teureren Geschenke. Wir wollten das einfach nicht mitmachen. Was schenken wir denn dann, wenn er 10, 11, 12 ist.
Es ist eben "nur" Ostern und nicht Geburtstag oder Weihnachten. Außerdem kommt ja nicht nur bei uns der Osterhase sondern bei den Omas und Opas auch noch. 

Auf der anderen Seite, wünscht er sich diesen Roller schon sooo lange, er ist ewig letzter bei Rollerausflügen, die Bremse beim Alten funktioniert nicht mehr richtig und die Reifen halten die Luft nicht mehr. Jedes Mal ein Gemotze, wenn er vom Ausflug zurück kommt. Heulen, schimpfen. Das letzte Mal musste er den letzten Rest des Weges schieben und war dermaßen frustriert.... 

Wir waren in einer Zwickmühle und haben wirklich tageweise diskutiert. 
Und ja, wir haben dann doch diesen Roller gekauft, wohl wissend, dass wir diese Anspruchshaltung von Groß schüren. Wir wollten aber auch nicht, dass er vor seinen Freunden hinten anstehen und sich mit einem kaputten, nicht sicheren Roller abmühen muss. 

Aber es gab eben nur diesen Roller und ein kleines Nest mit bunten Schokoeiern. Wir fanden, dass es schon ein ziemlich großzügiger Osterhase war. 



Doch Groß hat mich eines Besseren belehrt. Seine Worte: 
Och, das ist ja nur ein Geschenk und in meinem selbstgebauten Osternest hat der Hase nur kleine Schokoeier da gelassen. 
Da standen wir nun und aus unserem großzügigen Osterhasen ist ein geiziger geworden, der nur ein Geschenk gebracht hat.
Immerhin, Groß hat sich riesig über seinen Roller gefreut.

So ganz hat uns dieses Thema aber nicht in Ruhe gelassen und wir haben abends beim Ins-Bett-bringen nochmals mit Groß über Ansprüche und Dankbarkeit gesprochen. Er war an diesem Abend sehr schweigsam und nachdenklich.

Und dann, eine schöne Überraschung: Groß hat Klein all seine Ostersüßigkeiten überlassen, mit den Worten, dass er ein wirklich tolles, großes und teures Geschenk bekommen hat.

Ein wunderschöner Lichtblick an diesen grauen und regnerischen Ostertagen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

#Elternquatsch - Keine Süßigkeiten zum Frühstück! Oder doch?!

Als ich Wiebke's Aufruf zur Blogparade mit derm Stichwort #Elternquatsch gelesen habe, fand ich die Idee super und dachte, hey, da mach ich mit und wollte loslegen....

Ja und dann habe ich festgestellt, dass mir nichts einfällt. Dass ich den ganzen Tag mit meinen Kindern spreche, aber die wirklich lustigen Dinge, die ich da so vom Stapel lasse sind mir alle entfallen, einfach wie weggepustet. 
Ich bin ja nun schon eine ganze Zeit lang Mama und es waren in meiner Kommunikation mit Groß und Klein sicher immer wieder kleinere und größere Lacher und Kurioses dabei aber irgendwie, zwischen all dem Alltag, der Kindererziehung, dem Job und allem was sonst noch organisiert werden will, haben sich diese Sätze, das Lustige, das Kuriose schlicht und ergreifend in Luft aufgelöst.  Ich habe sie mir nicht gemerkt, nicht aufgeschrieben, nicht festgehalten, nirgendwo. 
Und jetzt sitze ich hier und bin schon ein bisschen traurig darüber, dass vieles, was unsere Kinder oder auch wir, als Mama und P…

Mit der Butterbreze im Fast-Food-Restaurant - Blogparade von das Elternhandbuch

Ich gebe es zu, hin und wieder esse ich ganz gerne mal ein Burger-Menü im Fast-Food-Restaurant. Und ich gebe zu, dass dann jedesmal pikierte Blicke von anderen Eltern auf mich warten, weil Groß neben mir und meinem Burger-Menü sitzt und in seine Butterbreze beißt, während sich seine kleine Schwester die Hähnchen-Nuggets mit Unmengen von Ketchup schmecken lässt.
Schau mal Mama, der Junge muss eine Butterbreze essen und kriegt keine Kinder-Menü.  ...höre ich dann von einem anderen Zwerg drei Tische weiter.

Das Thema Essen mit unseren Kindern gibt uns immer wieder Anlass zum schmunzeln, ausrasten, Augen verdrehen, schimpfen, loben, durchdrehen, Kopf schütteln, im Erdboden versinken und kaputt lachen. Deswegen mache ich gerne bei der Blogparade von das Elternhandbuch mit.

Die Sache mit dem Fast-Food-Restaurant ist die: meine Kinder mögen keine Kartoffeln! Das schließt dann auch sowas wie Pommes eindeutig aus, zumindest seit Groß vor einigen Jahren im Fernsehen  gesehen hat, dass Pommes au…

Immer wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her

Heute ist der 1. Dezember. Unglaublich. Wir gehen mit großen Schritten auf Weihnachten zu. Dem Fest der Liebe und Dankbarkeit. Und dem Fest der Familie. 
Groß und Klein haben heute morgen mit glänzenden Augen ihre ersten Türchen und Päckchen aufgemacht. Und besonders für und mit Klein war es ein schöner Moment, da sie dieses Jahr den Adventskalender so richtig begreift und wahrnimmt. 
Ich habe die Advents- und Weihnachtszeit eigentlich immer als stressig-schön empfunden. Habe mich mit meinen Eltern, dann mit dem Lieblingsmann und jetzt mit meinen Kindern auf die Adventszeit, den Hl. Abend und die Feiertage gefreut.  Dieses Jahr ist es ein anderes Gefühl. Schwermütig, traurig und betroffen. Nicht stressig-schön sondern stressig-anstrengend. 
Weihnachten ist und war für mich immer ein Familienfest. Das wichtigste war und ist bis heute meine Familie um mich zu haben. Unsere Feiertage sind zwar durchgeplant und auch ein klitzekleines bisschen anstrengend aber immer so, wie ich es mir gew…