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Die Kindergartenübernachtungsparty - Vorfreude und gemischte Gefühle

Ein merkwürdiges Gefühl macht sich in meiner Magengegend breit. Es steht die Übernachtung der Vorschulkinder im Kindergarten an. Groß freut sich mega darauf. Mama eher nicht so.

Ich finde das an sich ein tolles Event und ich freue mich für die Vorschulkinder, dass sie so etwas gemeinsam erleben dürfen. In meiner Kindergartenzeit gab es so etwas noch nicht. 
Ich freue mich auch für Groß und ich bin stolz auf ihn, dass er mitmachen und dort übernachten möchte. 
Vor einem Jahr wäre das noch undenkbar gewesen. Zu groß die Angst vor dem Unbekannten. 

Und trotzdem leidet mein Mamaherz. Es ist jetzt nicht so, dass Groß noch nie auswärts geschlafen hat. Er übernachtet sogar ziemlich gerne bei den Großeltern und auch im Urlaub mit Mama und Papa war die unbekannte Umgebung, das andere Bett nie ein großes Problem. 
Und er kennt den Kindergarten, hat seine Freunde um sich und mag die Erzieherinnen, die mit den Kids übernachten. 
Trotzdem kann ich soooo schwer loslassen. Ich muss ihn aus meiner Obhut geben. In eine andere und dass nicht nur am Vormittag, sondern über Nacht. In meinen Kopf häufen sich viele Fragen: wie wird er den Abend verbringen? Wird er ohne kuscheln und ohne seine Gute-Nacht-Geschichte einschlafen können? Was ist, wenn er nicht einschlafen kann, wer nimmt ihn dann in der Arm? Was ist, wenn er nachts plötzlich aufwacht, nicht weiß, wo er ist, und seine Mama und seinen Papa braucht? 
Ich weiß, dass es für jede dieser Fragen sicher eine Lösung bei der Kindergartenübernachtungsparty gibt, dass sich die Erzieherinnen um ihn kümmern und dass sie im schlimmsten Fall anrufen und wir ihn abholen können.

"Loslassen, wo wir festhalten möchten. Weitergehen, wo wir stehen bleiben möchten. Das sind die schwierigsten Aufgaben, vor die uns das Leben stellt."
Für mich bedeutet es, Groß noch ein Stückchen mehr los zu lassen. Er hat sich gerade im letzten halben Jahr so toll in seiner Selbstständigkeit entwickelt, dass er vieles eingefordert hat. Vieles, was für andere Eltern völlig normal ist. Mich aber Mut und Überwindung gekostet hat. Er hat alles, was er sich selbst vorgenommen hat, gemeistert. Und darauf bin ich sehr stolz. 
Ich muss einsehen und lernen, dass er Mama nicht mehr die ganze Zeit, 24 Stunden im sich herum braucht. Dass er einen weiteren Schritt in Richtung seines eigenen Lebens macht.
Ein schwieriger und teilweise auch trauriger Prozess für mich. 

Aber Groß und ich müssen diesen Weg gehen. Wir beiden müssen mit diesem Loslassen-Prozess wachsen und lernen. Groß für sein Leben und ich für ein entspannteres Mama-Dasein. 

Ich weiß, dass ich die ganze Nacht kein Auge zu machen werde. Ich weiß, dass ich dauernd an ihn denken muss. Ich weiß, dass ich dem morgendlichen Abholen entgegenfiebern und auf glühenden Kohlen sitzen werde, bis es endlich soweit ist. 

Ich weiß aber auch, dass er seinen Weg gehen wird, dass er diese neue Erfahrung meistern wird mit allen Unwägbarkeiten, die so passieren können. Er wird sich zu helfen wissen und er ist nicht allein. Auch wenn ich, Glucken-Mama, nicht dabei bin.

"Zwei Dinge sollen Kinder von Ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel."
J. W. von Goethe

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