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Putzteufel und Chaoskids - Warum passiert es immer genau dann?

Mal ehrlich, bei einem Vier-Personen-Haushalt mit zwei Kindern kann es nicht immer wie geschleckt aussehen. Es ist einfach nicht immer alles sauber, so oft man staubsaugt, wischt, abstaubt und die Spielsachen wieder aufräumt. Es herrscht einfach immer ein mehr oder weniger gemütliches Chaos.
Und zugegeben, ich bin jetzt auch nicht diejenige die dauernd hinter allem her putzt und manche Arbeiten vernachlässige ich auch ganz gerne mal längere Zeit (bis ich es selbst irgendwann nicht mehr sehen kann).

Dass sich ständig ganze Sandberge in meiner Küche und dem Hausflur verteilen, dass Grashalme und getrockneter Matsch ihren Weg durch die ganze Küche bis ins Klo finden, dass ständig irgendwelche Kleidungsstücke (vorzugsweise Socken) irgendwo rumliegen, wo sie sicher nicht hin gehören und dass ich meinen Platz auf dem Sofa mit Puppen, Lego- und Playmobilmenschen und einer nicht unerheblichen Anzahl Bücher teile, an all das habe ich mich gewöhnt. Wir haben eben zwei Kinder (und ich selbst räume auch nicht immer alles gleich weg).

Aber manchmal kommt der Putzteufel in mir hoch. Und dann nehme ich so unliebsame Dinge wie Fenster putzen, Küchenfronten schrubben, Schubladen ausräumen und putzen, Türen reinigen usw. in Angriff. Dinge die ich einfach nicht jede Woche schaffe.

Nachdem ich also dann den ganzen Vormittag wie ein wilder Putzteufel durch das Haus getigert bin und, kurz bevor ich Groß aus dem Kindergarten hole, zufrieden mein Resultat betrachte bin ich doch ein kleines bisschen stolz auf mich. Ich habe tatsächlich einiges geschafft.
Den von Klein umgekippten Putzeimer, der sich über den Fliesenboden ergossen hat, vertreibe ich schnell wieder aus meinen Gedanken.
Trotzdem, es fühlt sich gut an und meine To-Do-Liste schrumpft um drei Punkte.

Und genau an diesem Nachmittag passiert es dann. Genauer gesagt passieren mehrere Dinge auf einmal. Dinge, die Groß schon längst nicht mehr passieren und die Klein noch nie gemacht hat.

Der heißgeliebte Kaba zum Beispiel. Groß wollte unbedingt einen Becher Kaba.. Etwas was er schon hundertmal selbst, allein und ohne zu verschütten gemacht hat. Aber heute nicht, heute verschüttet er die warme Milch, inklusive der drei gehäuften Löffel Pulver über die komplette Arbeitsplatte. Und natürlich bleibt der Kaba nicht auf der Arbeitsplatte sondern läuft an der frisch geputzten Küchenfront runter und verteilt sich auch noch in die Schubladen.
Immerhin reagiere ich so schnell, dass der Boden verschont bleibt.



Oder der Traktor draußen, auf der Wiese gegenüber. Der ist wirklich total spannend, den muss Klein sich schon besonders genau ansehen. Nämlich mit der Nase und den Händen platt gedrückt am Fenster. Und weil Groß ja neugierig ist, muss er auch gleich schauen, natürlich auch mit dem Gesicht und den Händen an meinem frisch geputzten Fenster. Und also ob die Nasen- und Handabdrücke nicht genug wären, wird die Scheibe jetzt noch angehaucht und mit lustigen Blumen, Sonne, Mond und Sternen verziert.
Naja, mir bleiben ja immerhin noch die anderen fünf, frisch geputzten Fenster...

Ich frage mich wirklich, warum solche Dinge immer genau dann passieren, wenn alles frisch geputzt ist. Seit Wochen wurde kein einziges Glas oder Becher verschüttet. Und wenn es draußen irgendwas Interessantes gab, dann wurde die Tür aufgerissen und Groß und Klein sind nach draußen gerannt. Nein heute nicht, als ob sie es riechen würden, dass ich mir vormittags besonders viel Mühe und Arbeit gemacht habe.

Lustlos, gefrustet und mit einem eher hysterischen Lachen befreie ich die Arbeitsplatte und die Schubladen von den Kabaresten.

Das Küchenfenster bleibt wie es ist, wir haben eben eine neue Art von Fensterbildern.






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