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Working Mum - und warum der Stress schon vor der eigentlichen Arbeit beginnt

Working Mum sein ist wirklich nicht leicht. Und das obwohl ich selbst nur Teilzeit arbeite. Drei Tage in der Woche, ich habe keinen weiten Anfahrtsweg und recht flexible Arbeitszeiten. Es gibt wenige fixe Termine trotzdem will die Arbeit erledigt werden.
Die Tage, an denen die Arbeit ruft, laufen bei uns alle ziemlich ähnlich ab, sind durchgeplant und strukturiert. Groß muss in den Kindergarten und Klein will bei den Omas und Opas abgegeben werden. Soweit so gut.
Aber es gibt ein paar Dinge die mich wirklich, wirklich nerven an diesen Tagen und die mich bereits in der Früh in den Wahnsinn treiben. Und die auch wirklich nur dann passieren, wenn ich in die Arbeit muss. Nicht am Wochenende und nicht an den beiden Tagen an denen ich zu Hause bin.

Das Aufstehen ist so ein Punkt. Hier scheint bei Groß und Klein wirklich ein gravierender Programmierfehler vorhanden zu sein. Sie wachen grundsätzlich immer gegen sechs, halb sieben auf. Am Wochenende, in den Ferien und an besagten zwei Tagen an denen wir nicht dringend aus dem Haus müssen. Aber wehe, wenn ich in die Arbeit muss. Dann können die beiden Engel seelenruhig schlafen und sind nicht aus dem Bett zu kriegen. Im 5-Minuten-Takt rennen wir zwischen Bad und den Kinderzimmern hin- und her und versuchen die beiden in einen wachen "Jetzt-aufstehen-ins-Bad-gehen-und-frühstücken-Modus" zu bringen. Fehlanzeige und das ist schon der erste Punkt des Tages an dem ich selbst gleich wieder ins Bett gehen könnte...

Die Morgentoilette - wenn ich es doch endlich geschafft habe, die beiden aus den Federn zu bugsieren, nimmt das Drama im Bad seinen weiteren Lauf. Groß macht sich zum Glück schon allein fertig, aber bei Klein wird alles, das Zähneputzen, das Waschen, das Haare machen, zum Kampf. Weil sie grundsätzlich immer denjenigen als Hilfe möchte, der gerade nicht da ist, weil der schon beim Frühstücken, auf dem Klo oder sonst wo ist.... Wenn wir keinen Zeitdruck haben, klappt das alles wunderbar und zwar mit mir oder meinem Mann oder Groß, egal, einfach wer gerade da ist und Zeit hat.

Die Klamottenauswahl - Der Klassiker schlechthin. Normalerweise läuft es prima und die beiden ziehen an, was man ihnen herrichtet. Aber wenn wir unter Zeitdruck stehen, ist plötzlich das Unterhemd ultra-uncool und ein T-Shirt muss her - aber bitte ein ganz Bestimmtes, das ganz unten im Wäscheberg vergraben ist. Und Klein möchte dann auch nicht die pinke Strumpfhose, sondern die rosa Variante, die sie erst nach längerem Suchen und nur mit Ausräumen des halben Kleiderschranks findet.

Ich muss immer noch in die Arbeit - die Zeiger der Uhr ticken erbarmungslos weiter und wir sind noch nicht mal in der Küche beim Frühstück angekommen...
Das läuft zumindest in den meisten Fällen recht gesittet ab, weil Groß und Klein allein ihren Kakao schlürfen und im Kindergarten oder bei der Oma frühstücken.

Die Kuscheltiere - wenn Groß den Kindergartenrucksack schultert, braucht Klein natürlich auch ihre Tasche. Gefüllt mit den drei Lieblingskuscheltieren. Jetzt wissen wir ja mittlerweile meistens, wo diese sich befinden oder packen sie in weiser Vorraussicht schon mal ein. Während mir die Zeit davon rennt, fangen wir alle panisch an zu suchen. Denn genau jetzt wissen wir natürlich alle nicht wo Bär, WauWau und Hase sich befinden. Nach einer gefühlten Ewigkeit finde ich alle drei hinter dem Sofa.

Gut, wir können los. Jetzt nur noch die letzte Hürde dieses immer wiederkehrenden "Mama-muss-in-die-Arbeit-wir-haben-keine-Zeit-Wahnsinns".

Die Autoauswahl - Groß wird von Papa in den Kindergarten gebracht und Klein von mir zur Oma...An sich ja eigentlich kein Problem. Nie. Auch wenn wir am Wochenende mal getrennt fahren. Aber meine drei Arbeitstage haben es in sich. Klein schreit und motzt und zetert, weil sie unbedingt mit dem großen Auto und Groß mitfahren möchte. Es gibt ein Kampf zwischen mir, Klein und dem Kindersitz. Ich gewinne ihn, aber gut geht es dabei weder mir noch Klein.

Und jetzt bin ich wirklich an dem Punkt an dem mir ein gemütlicher Vormittag, für mich allein gut tun würde. Eine Tasse Kaffe, ein gutes Gespräch, kein Stress, vielleicht ein gutes Buch. Aber nein, genau an diesem Punkt starte ich in meinen Arbeitstag. Allein bin ich nicht, die Tasse Kaffee hole ich mir bei einem netten Gespräch mit den Kollegen, der Stress im Job hält sich heute in Grenzen und das Buch gibts einfach am Abend. Und das zaubert dann doch wieder einen kleinen Lichtblick in dieses stressigen Morgen.

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