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Er ist wieder da - meine Gedanken zum Muttertag

Der Tag aller Tag in einem Mama-Jahr. Der Tag, der mich jedes Jahr aufs neue wieder belgeitet, beschämt, in die Supermärkte treibt, der mich grübeln lässt, der mich erinnert an etwas wofür wir das ganze Jahr, ja unser ganzes Leben dankbar sein sollten.


Jedes Jahr aufs neue begleitet mich dieser Tag, schon weit im Voraus wirft er seine Schatten auf ein Datum im Mai. Happy Mothers-Day! Wir haben eingekauft, gebastelt und gebacken und hüpfen an besagtem Tag von der Mama zur Schwiegermama und wieder zurück um unsere Geschenke zu verteilen. Er begleitet mich in Gedanken schon Tage vorher und irgendwie auch noch Tage danach. War es das richtige Geschenk, warum habe ich ausgerechnet an diesem Tag was Tolles eingekauft, gebastelt, geschrieben oder gebacken. Kann ich das nicht an jedem anderen Tag auch machen? Sollte ich das nicht auch an jedem anderen Tag im Jahr machen? Dazu fehlt mir aber oft die Zeit, die Ideen oder der Alltag bietet einfach so viel anderes und ich komme gar nicht auf den Gedanken einfach mal "Danke, Mama! zu sagen. Klar bedanke ich mich, wenn Groß und Klein mal wieder tagsüber bei meiner Mama waren, weil ich arbeiten musste. Oder wenn Mama für uns einkaufen war, weil wegen Krankheit die komplette, familiäre Infrastruktur zusammen zu brechen drohte. Aber es ist nicht diese ganz tiefe Gefühl von Dankbarkeit, dass ihr, meiner Mama, eigentlich gebührt. Jedes Jahr aufs neue kommt dann dieses beschämende Gefühl.

Wie sooft in den letzten Jahr mit Groß und Klein an meiner Seite und einem turbulenten, oft auch holperigen Alltag hetzen wir für den Muttertag durch die Weltgeschichte und in den Supermarkt und wollen für diesen Tag alles perfekt machen. Für die Mamas und die  Omas und am besten für die Papas und Opas auch noch. Und wie jedes Jahr komme ich wieder ins grübeln.

Ich grüble und schäme mich. Reißt sich nicht meine Mama das ganze Jahr über ein Bein aus, um uns zu helfen, um uns zur Seite zu stehen, um da zu sein, wenn es uns nicht gut geht. Um Dinge zu erledigen, wenn uns einfach mal wieder die Zeit fehlt. Manchmal auch um zu schimpfen und uns wieder auf den Boden zurück zu holen. Ja sie ist da, immer präsent, immer hilfsbereit, das ganze Jahr über und ich? Ich schaffe es tatsächlich nur einmal im Jahr, am Tag des Wahnsinnskonsums, ein kleines Geschenk zu übergeben, um für all ihre Heldentaten dankbar zu sein. Und das auch nur, weil mich die mediale Welt draußen schon Wochen vorher daran erinnert. Das hat sie eigentlich nicht verdient. Und es ist da, dieses bedrückende, beschämende Gefühl, soviel Liebe und Fürsorge als selbstverständlich hinzunehmen, wo es einfach nicht selbstverständlich ist.
Ich bin ein bisschen betrübt. Es ist ein Tag, der mir, trotz aller liebevollen Geschenke zeigt, dass meine Mama mehr verdient hat als eine Pralinenschachtel mit guten Wünschen zum Muttertag.

Alles, was ich bin oder hoffe jemals zu werden, verdanke ich meiner Mutter. 
Abraham Lincoln

Über den liebevoll gedeckten Frühstückstisch, die tollen, selbstgebastelten Geschenke und das leckere Mittagessen von meinem Mann und Groß und Klein habe ich mich trotzdem sehr gefreut. Und das Wetter hat sogar mitgespielt, so dass wir noch einen Fahrradausflug zum Spielplatz machen konnten.  


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