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Abschiednehmen - warum es uns so schwerfällt


...Kindergarten...

Das große Abschiedspicknick der Vorschulkinder steht an.

Ja, seine Tage im Kindergarten sind gezählt und wir wandern mit großen Schritten Richtung Schule.
Der Schulranzen wartet schon zu Hause auf seinen Einsatz, die Liste mit den benötigten Schulsachen werde ich Anfang August in Angriff nehmen genauso wie die Schultüte und die Geschenke.

Groß ist zurzeit sehr still, empfindlich und und gereizt. Es stürmt soviel auf ihn ein, dass er erstmal verarbeiten muss und das fällt ihm gerade sehr schwer.

Unglaublich, vier Jahre Kindergartenzeit sind nun vorbei. Vier Jahre mit Höhen und Tiefen. Vier Jahre in denen nicht alles geklappt und funktioniert hat. Aber vier Jahre in denen sich Groß toll entwickelt hat. In denen er viele Freunde gefunden hat und es gab viele Monate, Wochen und Tage an denen er richtig gerne in den Kindergarten gegangen ist.

Gerade im letzten Jahr hat sich bei Groß viel getan. Er ist aus sich heraus gekommen, offener geworden. Er konnte für sich klare Grenzen ziehen, was er mag und was nicht und das auch deutlich zum Ausdruck bringen. Er hat seinen Platz in der Runde der Vorschulkinder gefunden, den er sich hart erarbeitet hat, ist der doch eher ein initial zurückhaltendes, schüchternes Kind, das erst mal viel beobachten muss.

Und genau dieser Wesenszug macht ihm im Moment deutlich zu schaffen.

Er muss seine vertraute Umgebung "Kindergarten" mit seinen lieben Bezugspersonen verlassen - für immer.


Er muss ab September in die Schule. Neues Gebäude, neue Bezugspersonen, neue Rituale.

Er ist sich unsicher was Lernen und Hausaufgaben bedeuten. Ob er gut damit klar kommen wird oder Schwierigkeiten hat.

Wie wird das mit dem Schulweg sein, den er gemeinsam mit Freunden zu Fuß bestreiten wird.

Er möchte am liebsten erstmal schauen, beobachten und dann loslegen. Aber das wird nicht gehen. Er ist gleich mittendrin, statt nur dabei und das macht ihn unsicher.

Die Herausforderung "Schule" beginnt schon jetzt.

Ein wirklich großer Vorteil ist, dass er alle Kinder, die mit ihm die Klasse kommen, kennt. Er hat die letzten vier Jahre mit ihnen gemeinsam, gesungen, gebastelt, gelesen, gestritten, gelacht und gespielt.
Zumindest bleiben ihm diese "Bezugskinder" in der Grundschule erhalten.

Da wir in einer kleineren Gemeinde leben, kennt er das Schulgebäude und den Pausenhof bereits. Verschiedene Klassenzimmer konnten die Kids bei der Schuleinschreibung und am Schulschnuppertag kennen lernen. An beiden Tagen haben sich die Lehrer viel Zeit für die "Neulinge" genommen, viel gezeigt, erklärt und vorgestellt. Das hat etwas von der Unsicherheit der neuen Umgebung genommen, auch wenn Groß sich manchmal fragt, wie er sich in diesem Gebäude zurecht finden soll.

Wie er das Lernen und die Hausaufgaben meistern wird, dass können wir nicht vorhersagen. Wir können Groß nur immer wieder darin bestärken, dass er auf diesem Weg nicht alleine ist und wir ihm helfend zur Seite stehen werden.

Den Schulweg haben wir schon einige Male allein zu Fuß geübt und in den Sommerferien wollen wir das noch gemeinsam mit den Nachbarskindern machen, die dann auch in die Schule kommen.
Auch hier ist er nicht allein. Hat seine Freunde, Eltern und Nachbarseltern um sich.

Trotzdem ist er eher zögerlich mit Vorfreude auf die Schule.

Auch mir fällt das "vom-Kindergarten-Abschied-nehmen" schwer. Es bedeutet für mich wieder ein Stück mehr loszulassen. Und dieses Gefühlt verursacht ein komisches Drücken in meiner Magengegend. Wir werden gemeinsam unsere Tagesabläufe anpassen müssen. Gewohnheiten der letzten vier Jahre werden sich ändern und wir werden neue Gewohnheiten finden müssen.
Ich weiß, dass er diese neue Zeit mit allen Höhen und Tiefen meistern wird, gemeinsam mit uns. Er wird an seinen neuen Aufgaben wachsen und daraus lernen können. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass seine unbeschwerte Kindheitszeit jetzt dann erstmal vorbei sein wird und eine kleine Träne kullert mir über die Wange. Wo ist all die Zeit nur hin.


Mein Lichtblick: Ich werde bei ihm sein, seine Hand halten und diesen Weg mit ihm gemeinsam gehen. Und mit einem Lächeln im Gesicht suche ich nach schönen Geschenken zur Einschulung.

Über welche Geschenke dürfen sich eure Schulanfänger freuen?


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