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"Dann schlaf auch du" - ein neuer Roman und ich durfte schon mal reinschmökern

Lange habe ich das Buch hin- und hergedreht, von da nach dorthin geschoben, immer wieder habe ich darauf geäugt und konnte mich nicht entscheiden es zu lesen.

Leila Slimanis "Dann schlaf auch du". Ein zutiefst erschütternedes erstes Kapitel ließ mich so lange zögern. Das Buch beginnt mit dem Tod zweier kleiner Kinder und das war für mich als Mama so verstörend und beängstigend, dass ich mich eine ganze Weile nicht dran gewagt habe.
Dennoch wollte ich die Beweggründe erfahren, die Geschichte, die Abgründe, die sich hinter diesem tragischen Schicksal verbergen.

Leider erfährt man aber letztendlich das Warum, die Abgründe, die Geschichte nur schemenhaft, angedeutet und versteckt in einem Wirrwarr aus kurzen Episoden der Vergangen und Gegenwart, die man als Leser wie in einem Puzzle selbst zusammen setzen darf. Das Ende bleibt wie der Anfang, verstörend, schockierend und beängstigend. Die Thematik ist interessant, Leila Slimanis Schreibstil ungewöhnlich aber ausdrucksstark und etwas Besonderes. Trotzdem und zu meiner Enttäuschung hat sie es nicht geschafft mich mit zu nehmen, mit hinein in den Familienalltag der Massés, die ihre Kinder von einer Nanny betreuen lässt.

Hier meine Rezension für "Dann schlaf auch du" von Leila Slimani:

Gleich zu Beginn wird der Leser mit dem zutiefst erschütternden und schockierenden Ende der Geschichte konfrontiert. Adam ist tot, Mila wird ihren Verletzungen erliegen. 
Die Geschichte um Myriam, Paul und der Nanny Louise wird in Rückblenden gemischt mit der Gegenwart erzählt. 
Paul und Myriam, ein Pariser Vorzeigeehepaar mit zwei Kindern, dass sich nichts sehnlicher wünscht, als von der Fremdbestimmtheit des Elternseins zurück in das Berufsleben zu kehren, macht sich auf die Suche nach einer Nanny. Mit Louise scheinen alle ihre Probleme gelöst und die perfekte Nanny gefunden zu sein. Doch der Schein trügt. 
Von nun an erfährt der Leser in Rückblenden mehr über die Vergangenheit der Protagonisten. Über die Motive, Ängste und Wünsche der Eltern. Über das Leben von Louise. Aber auch die Gegenwart, das Zusammenleben mit der Nanny, ihre Beziehung zu Mila und Adam aber auch zu Myriam und Paul. 

Das Buch, die Geschichte hat mich berührt, keine Frage und der Schreibstil von Leila Slimani ist interssant und ungewöhnlich, nicht unbedingt schlecht aber ich konnte mich einfach nicht mit den Charakteren identifizieren. Zu konfus, zu nebulös erschien mir Louise. Zu naiv und zu wenig besorgt die Eltern. Manche Textpassagen, manches Verhalten von Louise konnte ich schon gar nicht nachvollziehen. Es passte einfach nicht in die Geschichte, hat gefühlt nicht hineingepasst. Zu wenig präsent waren mir die Eltern von Mila und Adam gegen Ende des Buchs. Die Protagnositen waren nicht greifbar für mich. Zudem hat das Buch gerade gegen Ende Längen, die ich manchmal einfach überblättert habe. 

Fazit: Eine berührende Geschichte mit schrecklichem Ende, das zum Nachdenken anregt. Ein gelungener Schreibstil. Trotzdem konnte ich nicht richtig eintauchen in diese Familienwelt, es hat mich nicht gepackt, nicht mitgenommen in Adams und Milas Welt mit ihrer Nounou.

Sehr schade, ich hatte mir, trotz schwerer Thematik, viel von Leila Slimanis Roman erwartet.
     




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