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Wenn der Wutzwerg kommt - und zwar zur Mama

Ich bin mir nicht sicher ob ich diese Zeilen schreiben möchte. Zu sehr schäme ich mich, zu niedergeschlagen bin ich. Es fällt mir schwer das Geschehene in Worte zu fassen.

Ich liebe meine Kinder, beide, gleichermaßen und bin voll Bewunderung für all das was sie in ihren jungen Jahren schon geschafft und erreicht haben. Ich bin unendlich dankbar zwei gesunde Kinder mein Eigen zu nennen und ich würde alles, wirklich alles für diese beiden kleinen Menschen tun.

Und doch...

...ist mir heute morgen buchstäblich der A* geplatzt (ich bin nicht sehr happy über diese Ausdrucksweise aber sie trifft es im Moment einfach am besten).
Nach fast drei Wochen zu Hause mit Schuleingewöhnung und Tagesablaufumgewöhnung (und nein, es lief nicht alles reibungslos) und massiven Einschlaf- und Durchschlafproblemen von Klein. Nach fast drei Wochen, die ich nur zu Hause verbracht habe und versucht habe alles am Laufen zu halten. Nach einer Woche Krankheit von Groß, die immer noch anhält und allabendlich in hohem Fieber gipfelt. Nach einer Woche in der Klein immer noch und Groß mittlerweile auch Ein- und Durchschlafprobleme hat. Nach einer erneuten, durchwachten Nacht  und dem frühmorgendlichen Gemecker von Klein (sie möchte JETZT ihren Kaba) und Gejammer von Groß (er kann nicht mehr schlafen) habe ich es getan, es ist einfach aus mir raus gebrochen, das Fass ist übergelaufen.

Ich habe mich aufgeführt wie Klein bei einem ihrer Wutanfälle in ihrer derzeitigen Autonomiephase. Ich habe geschrieen, getobt, geheult, mit den Füßen gestampft, die Türen zugeknallt. Ich war so wütend über den andauernden Schlafentzug, die permanente Fremdbestimmheit, diesen blöden Virus. Ich war so wütend auf Groß und Klein, die im Bad sitzen, sich plötzlich nicht mehr selbst anziehen können und dauernd nur wollen und fordern und gar nicht merken, dass Mama und Papa am Rad drehen.

Wenige Minuten später war mein innerlicher Sturm vorüber. Ich bin auf dem Badezimmerboden zusammengesackt und habe meine Kinder umarmt und gedrückt. Ich habe geheult wie ein Schlosshund. Es tat mir so unendlich leid. Ich habe mich so geschämt und schäme mich immer noch.

Ein furchtbares Gefühl. Hätte ich mir doch nur ein anderes Ventil gesucht um Dampf abzulassen.

Ich bin immer noch wütend, enttäuscht und hilflos. Wütend auf mich selbst, dass meine beiden Kinder meinen Ärger, meinen Frust abbekommen haben. Enttäuscht, dass ich mich nicht im Griff hatte und die richtigen Worte für Groß und Klein gefunden habe. Und hilflos, weil ich nicht weiß, wie ich ihnen am besten helfen kann, diese neue Situation zu meistern.



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