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Eine Gesprächstherapie und mein Versuch mich aus meinem Gedankensumpf zu befreien

Eine Gesprächstherapie? Ich? Nein, brauch ich nicht, ich schaff das schon. Allein. Ohne fremde Hilfe.
Das rede ich mir jetzt seit über einem Jahr mal mehr, mal weniger erfolgreich ein.

Allein der Gedanke daran, einem fremdem Menschen meine Sorgen, Ängste und Probleme anzuvertrauen lässt mich erschauern. Und dann... wie soll mir eine fremde Person denn helfen? Durch zuhören? Das tut ja mein Herzensmann auch!

Aber mittlerweile geht es mir zeitweise so schlecht, dass ich weder schlafen, noch essen, geschweige denn einen klaren Gedanken fassen kann. Ich warte ständig und permanent auf Nachrichten anderer Menschen, dass ich oder ein anderes Familienmitglied etwas "Falsches" gemacht haben. Ich bin ständig damit beschäftigt es allen, wirklich allen anderen recht zu machen. Und verliere mich selbst in einem Termin- und Gewissenschaos. Ich fühle mich unwohl, kann mich auf nichts konzentrieren. Mir wird häufig schlecht, der Klumpen hat sich als Dauergast in meinem Magen eingerichtet.
Und das allerschlimmste ist, dass ich meinen Kindern im Moment alles andere als eine gute Mama bin. Ich kann sie nicht so annehmen wie sind. Und was sie sind. Nämlich Kinder mit ihren eigenen Ansichten, Fehlern, Meinungen und Ideen. Ich sehe nichts Positives mehr. Die Kinder müssen für mich in ein, in meinem Kopf, vorgefertigtes Muster passen, dass vielleicht einer 30-jährigen entspricht. Und all das um nur nicht anzuecken.

Vor zwei Wochen - ein total Zusammenbruch, wegen einer Banalität. Ich kann nicht mehr. Wut, Verzweiflung, Angst, alles bricht aus mir heraus und mir wird klar, dass ich es alleine nicht schaffe. Nicht ich selbst, nicht mein Mann, niemand der zu nahe an mir dran ist.
Ich komme nicht raus, aus diesem Gedankensumpf, aus dieser Falle, immer allen Leuten gefallen zu wollen. Nicht nein sagen zu können. Es immer und überall für andere richtig zu machen.

Ich suche mir Hilfe bei einer Heilpraktikerin für Psychotherapie. Vor dem ersten Termin bin ich ein Häuflein Elend. Mir ist schlecht, meine Beine zittern und dauernd denke ich, dass ich es vielleicht doch irgendwie alleine schaffe. Mein einziger Antrieb, diesen Termin wahrzunehmen sind Groß und Klein und mein Mann. Meine Familie. Mein Ein und Alles!

Ich sitze in einem gemütlichen Sessel, bin völlig verkrampft. Erzähle stockend von meinen Problemen, Ängsten, Sorgen.
Die Heilpraktikerin ist sehr sympathisch. Verstrickt mich in gekonnt gestellte Fragen, um mehr zu erfahren.

Sie fragt mich nach meinen Werten. Ehrlichkeit! Vertrauen! Doch bin ich immer ehrlich?! Nein! In jedem Moment, in dem ich mich für andere verbiege und Dinge mache, die ich eigentlich nicht machen möchte, bin ich unehrlich. Zu anderen, zu mir selbst. Ich erwarte von anderen Menschen Ehrlichkeit und kann sie selbst nicht geben, kann meine Grenzen nicht ausloten, nicht kommunizieren.

Sie schlägt eine Gesprächstherapie vor.

Ich kann nur nicken, bringe keinen Ton raus. Die Angst nimmt überhand und ich weiß nicht, wie das ablaufen wird.

Ich darf den Platz wechseln, muss mir etwas vorstellen, dass ein absolutes Glücksgefühl in mir auslöst. Es kostet mich Überwindung, es ist wahnsinnig anstrengend aber ich merke, wie ich runterkomme. Ich werde ruhiger und ich kann mich besser konzentrieren, auf das, was die Heilpraktikerin sagt.. Meine Hände, die sich vorher noch ineinander gekrallt haben, liegen entspannt auf meinen Beinen.

Ich merke, wie ich meine Gedanken loslasse, zumindest für eine kurze Zeit....Endlich! ...Vieles bricht aus mir heraus.

Ich weiß noch nicht, wohin dieser Weg führen wird. Aber ich habe Hoffnung, ein Fünkchen, einen klitzekleinen Lichtblick.


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