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Vom alten und vom neuen Jahr, von Anstrengung und Erholung, vom Abschiednehmen und Ausmisten

Es ist da, das neue Jahr. Zugegeben, es ist schon ganze 24 Tage alt. In meinem Kopf war die letzten Tage und Wochen immer eine kleine Stimme hörbar, die sagte: "Du musst mal wieder.", "Du solltest mal wieder was schreiben!" Aber ich konnte mich noch nicht aufraffen und ich wollte diesen Zwang nicht. Ich wollte nicht einfach was schreiben und verbloggen, obwohl ich keine Lust und keinen Nerv hatte.
Ja, es ist da, das neue Jahr. Und zum ersten Mal seit einiger Zeit, habe ich Lust mal wieder etwas zu schreiben.
Von unserem alten Jahr, der Weihnachts und Silvesterzeit, von unserem Urlaub, von alten Zwängen und neuen Vorsätzen.

Die Advents- und Weihnachtszeit hat ihren Lauf genommen. Für meine Familie, als ob nichts passiert wäre. Für mich mit einem bedrückenden Gefühl, mal wieder nicht zu genügen. Für Groß und Klein habe ich mein Bestes gegeben und allein wegen ihnen wurde Weihnachten doch noch zu einem, für mich kleinen, Freudenfest.
Den Jahreswechsel haben wir gemütlich zu Hause verbracht. Mit alten Traditionen und leckerem Essen. Mit Basteleien und Spielen. Mit Sektknallen um 00:00 Uhr und der Einsicht, dass ich mich von meinen alten Mustern, Denkweisen und Zwängen verabschieden muss. Und mit neuen, kleinen, für mich erreichbaren Vorsätzen, um im neuen Jahr mal wieder etwas durchzuatmen.

Die erste Januarwoche haben wir mit drei Herzensmenschen auf einer Hütte verbracht. Auch wenn Alltag, Beruf und Familie unsere Zeit zu fünft sehr eingeschränkt hat, möchte ich diese drei Menschen nicht missen in meinem Leben. Zusammen mit meiner Familie und ihnen fühle ich mich zu Hause, geborgen und befreit. Egal, wo wir die gemeinsame Zeit verbringen. Ich merke, wie in diesen Tagen, diese endlos aufgestaute Anspannung etwas abfällt, wie ich ruhiger werde, das Gedankenkarussell weniger wird. Ich kann durchatmen, zur Ruhe kommen und mal wieder genießen.

Das alte Jahr - es ging zu Ende mit soviel Anspannung, Schmerz und Leid. So vieles tat weh, so vieles habe ich mir selbst eingeredet. Zu wenig konnte ich entspannen und durchatmen. So oft, dachte ich Schlechtes von mir, von Groß und Klein. Zu oft, wollte ich alle in ein perfektes Muster pressen. Dauernd wollte ich allen um uns herum gefallen. Meine Werte von Vertrauen, Dankbarkeit und Zusammenhalt wurden erschüttert. Und ich habe gemerkt, dass bei all meinen Bemühungen vor allem eins passiert. Ich gehe kaputt. Körperlich und seelisch.

Das neue Jahr - es beginnt mit wunderbaren Menschen, die besten, die ich habe. Es beginnt mit Familie, Freundschaft, Vertrauen, Ruhe, Geborgenheit und Spaß. Es beginnt mit den Menschen, die mich so nehmen, wie ich bin. Ich muss nicht gefallen, kann auch mal zickig sein, meine Meinung sagen und streiten. Ich weiß, dass sie immer an meiner Seite stehen werden, immer zu mir halten werden.

Das alte Jahr hat sich verabschiedet und mit ihm auch zwei liebe Menschen aus unserer Mitte. Sie fehlen, auch wenn nicht viele Worte verloren wurden.

Das neue Jahr hat begonnen und mit ihm mein kleiner, großer Vorsatz: Ausmisten. Meinen Seelenmüll ausmisten, vorhandene Denkmuster und Freundschaften, die mir nicht gut tun. Schränke, Schubladen und Regale ausmisten.
Jeden Tag ein bisschen, eine kleine Schublade, ein kleiner Schrank. Ein Stückchen Ballast, Altes, Ausrangiertes, Vergessenes und Unbenutztes einpacken, wegwerfen, loswerden, trennen und am Ende des Tages ein bisschen Erleichterung, Freude und Durchblick gewinnen - in so vielerlei Hinsicht.

Nicht einfach für mich.
Jetzt muss ich dran bleiben.
Jeden Tag ein bisschen.
Nur nicht aufgeben.
Loslassen.
Durchhalten
Weitermachen...


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