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Lose Gedanken, schöne Momente, Freunde fürs Leben und eine große Überwindung

Puuuhhhh, soviel los die letzten beiden Wochen, zuviel für meine Geschmack. Unsere tägliche und wöchentliche Routine wurde über den Haufen geworfen, nichts war so wie sonst. Etwas, womit ich schwer zu kämpfen habe. Nicht nur, dass sich kurzfristig meine Arbeitszeiten änderten. Auch der Familienalltag wurde durcheinandergewirbelt.
Im Moment versuche ich immer noch die losen Gedanken zu sortieren, die seit zwei Wochen in meinem Kopf geistern. Es gab einfach so Vieles, dass mich beschäftigt hat in den letzten Tagen. Das lässt mich immer noch nicht ganz los.

Eine geplante Routine-OP bei meinem Papa hat meine Gedanken zum rotieren gebracht. Seit ich denken kann, war er nie krank, geschweige denn im Krankenhaus. Die OP war dringend nötig, ein Routine-Eingriff, der ihm das Leben in Zukunft hoffentlich wieder so viel erträglicher und schöner macht. Trotzdem kreisten meine Gedanken ständig um meinen Papa und seine Gesundheit.

Erschwert wurden diese Grübeleien noch dadurch, dass ich am Tag der OP nicht bei ihm sein konnte. Ein, von langer Hand geplanter, Junggesellinnenabschied einer besonderen und lieben Freundin nach Köln zur Weiberfastnacht fiel genau auf diesen Tag.
Ich war hin- und hergerissen. Wusste lange Zeit nicht, was ich machen soll. Fahren, absagen, fahren, absagen. Zudem bin ich kein Faschingsmensch, ich mag keine großen Menschenansammlungen und diese Verkleiderei ist mir zuwider.

Solche Ausflüge kosten mich große Überwindung. Der Alltag wirbelt durcheinander, auch wenn alles bestens organisiert war und die Kinder fast ihren gewohnten Rhythmus hatten. Ich musste loslassen.  Ich musste mich auf einen unbekannten Ort, auf unbekannte, nicht planbare Geschehnisse einrichten. Ich musste spontan sein. Etwas, dass ich nicht kann. Ich musste mich auf Menschen einstellen, die ich nicht oder nicht so gut kenne. Oft fühle ich mich in solchen Situationen hilflos, fehl am Platz, kann nicht so sein, wie ich eigentlich bin und verkrampfe. Dazu kamen die Gedanken und Sorgen um meinen Papa.

Als ich losgefahren bin war ich ein Häuflein Elend, während die anderen um mich herum Party machten, tranken und ihren Spaß hatten. Nach der Ankunft in Köln und der Nachricht, dass die OP gut verlaufen ist wurde ich ruhiger. Konnte etwas loslassen und mitfeiern.
Die nächsten Stunden vergingen und wir waren mittendrin statt nur dabei. Es gab an diesem Abend viele schöne und bunte Momente. Unvergessliche Momente mit den beiden liebsten Mädels.
Der nächste Morgen bot mit herrlichem Sonnenschein und dem Aufstieg auf den Kölner Dom einen unglaublich schönen Moment der Ruhe mit wundervollem Ausblick.
Und dann, auf dem Weg zum Bahnhof, spürte ich schon die kribbelige Vorfreude auf die drei besten Daheimgebliebenen. Ein großes Wiedersehen und ein wunderbarer Familienmoment für mich.
Im Hier und Jetzt, nachdem ein paar Tage vergangen sind, bin ich stolz auf mich. Ich habe mich überwunden. Bin trotz vieler Hindernisse, Sorgen und Ängste gefahren, habe mich mitreißen lassen, habe mir und den Kindern ein paar  Flügel  mehr verliehen. Durfte dabei sein und weitere Erinnerungen ins Album mit den Freunden fürs Leben kleben.

Die losen Gedanken fangen an sich zu entwirren, finden ihr passendes Ende, kommen zur Ruhe. Ich bin zurück im sicheren Hafen. Bei Groß und Klein und dem Liebsten.

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