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Meine große Aufgabe und der gemeinsame Weg mit Groß und Klein

Gerade eben habe ich einen richtigen WOW-Text gelesen. Anna von berlinmittemom hat in ihrem aktuellen Beitrag ein Thema angesprochen, dass mein Herz berührt, dass mir unter den Nägeln brennt, dass immer präsent ist bei mir, an dem ich immer versuche zu arbeiten und im Moment noch oft genug scheitere: unsere Kinder so anzunehmen, wie sie sind. Mit all den bunten Facetten ihres kleinen Menschenlebens.

Ich bin wirklich überwältigt von diesem Text, der mir so tief aus der Seele spricht. Der meinem Gedankenkarussell sagt, dass es unsere Aufgabe als Eltern ist, unsere kleinen und großen Kinder so zu lieben, wie sie sind.

Eine Aufgabe, die für mich so schwierig ist, an der ich so hart zu knabbern habe und nicht selten kapituliere. Wenn ich darüber nachdenke, fällt mir auf, wie oft ich Groß und Klein, vor allem Groß, in mein Gedanken- und Verhaltensmuster presse.

"Er müsste doch..."

"Warum verhält er sich so...."

"Warum macht er nicht endlich..."

So viele Situationen, in denen ich wütend und hilflos bin, weil Groß in meinen Augen nicht "angemessen" reagiert. Weil er nicht das macht, was er, meiner Meinung nach tun sollte.
Weil er Dinge auf seine Weise machen möchte, weil er seinen eigenen Weg sucht, weil er Geschehnisse mit sich selbst ausmacht, weil er Angst hat, wütend oder traurig ist.

Und ja, Himmelherrgott, ER ist ER. Ein tolles Kind! Ein Kind das noch lernen kann, das dabei begleitet und nicht in Muster gepresst werden will. Ein Kind das Fürsorge und Verständnis braucht, wenn es ihm gerade nicht gut geht. Ein Kind, dass wissen möchte, dass seine Mama hinter ihm steht, egal, was passiert. Eine Mama, die nicht dauernd versucht, allen Menschen zu gefallen.

Was ist schon "angemessen"? "Angemessen" in meinen Augen ist, wie ich als 35-jährige mit all der Lebenserfahrung, die ich gesammelt habe, reagieren würde. Und auch das sicher nicht immer richtig, zumindest in den Augen anderer.
Aber Groß ist eben keine 35 sondern stolze sieben Jahre alt.

"Angemessen" in Groß' Augen sieht einfach anders aus. Manchmal weiß er es vielleicht einfach noch nicht besser, manchmal ist es ein Schnellschuss, nicht bedacht und nicht gewollt, manchmal wählt er einen anderen Weg. Vieles macht er mit sich im stillen aus. Er ist kein Kind der großen Worte. Aber es gibt immer einen Grund, einen Auslöser, einen Anstoß für sein Verhalten. Und ihn für sein Verhalten zu verurteilen ohne überhaupt versucht zu haben zu verstehen, ist sicher der falsche Weg. Und doch schlage ich diesen noch viel zu oft ein. Vielleicht weil dieser Weg der leichtere ist. Zumindest augenscheinlich, für den ersten, instinktiven Moment. Ich weiß, dass dieser Schein trügt.

Ich erkenne mich selbst als 7-jährige in Groß wieder, in so vielen Dingen und Handlungen und wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich mir mehr Begleitung und Verständnis gewünscht. Ich hätte mir gewünscht, dass jemand mit mir den schwereren Weg gegangen wäre. Der Weg, der zu mehr Verständnis, zu mehr Rückhalt und Vertrauen geführt hätte.
Gerade deswegen ist dieses Thema, diese Herausforderung, diese Aufgabe als Mama so wichtig für mich. Es ist ein schwieriger Lernprozess. Für mich viel mehr, als für Groß.
Dieser Lernprozess bedeutet für mich mehr Geduld, viel mehr Gelassenheit und Mut und Selbstvertrauen für mich, meine Kinder und meine Familie.

Ein schwieriges Unterfangen. Ich glaube, nur wenn ich mit mir selbst in Reinen bin, wenn ich gelassen und geduldig bin und Selbstvertrauen in mich und meine Kinder habe, kann ich mit ihnen den Weg gehen, den sie wählen. Kann ihnen zur Seite stehen, wenn sie Hilfe oder Rat brauchen, kann sie so annehmen, wie sie sind. Egal, ob dieser Weg schnurgerade verläuft oder sich durch Dickicht und Unterholz schlängelt. Es ist ihr Weg. Sie müssen ihn bestreiten. Ich kann ihnen meine Hand schenken, diesen Weg gemeinsam mit ihnen zu gehen.
Wohin auch immer er führen mag, ihr beiden großartigsten, kleinen Menschen auf der Welt.

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen! 
J. W. von Goehte

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