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Ein Morgen an dem mich alles nervt und trotzdem scheint die Sonne

Bääämm, Plärr, der Wecker klingelt. Genervt ziehe ich mir das Kissen über den Kopf. Das kann doch gar nicht sein. Gefühlt bin ich gerade eben, nach nächtlicher Geisterstunde von Klein, wieder eingeschlafen. Es kann noch gar nicht Zeit zum Aufstehen sein. Ein Blick auf den Wecker bestätigt meine schlimmste Befürchtung. Doch! Zeit zum Aufstehen! Ich bin müde, müde und genervt. Schon jetzt und ich weiß, dass der Morgen sowie der restliche Tag heiter werden.
Ich schlurfe ins Bad, wecke zwischendurch Groß, der in die Schule darf und ähnlich morgenmuffelig unterwegs ist, wie ich und sich noch zwei Minuten Zeit erbettelt. Auch das nervt mich tierisch heute morgen und ich schlurfe wieder ins Bad. Waschen, Zähneputzen, Anziehen, Schminken.... alles nervt mich heut. Booooom!!!!! Ein Schlag und dann Ruhe! Der Mann und ich schmeißen alles hin und rennen ins Kinderzimmer. Groß versteckt sich mit leicht schuldbewusstem Gesicht unter der Decke. Er weiß von nichts. Keine Ahnung was da gescheppert hat.....komisches Grinsen... ab unter die Decke. Ich bin mittlerweile auf der Palme. Es nervt. Warum kann er nicht sagen, was er gemacht hat oder was gescheppert hat. Ist ja nicht so schlimm. Dieses Rumgetue und Nicht-Rausgerücke regt mich viel mehr auf. Es nervt. Ich bin genervt. 

Der ganze Morgen zieht sich weiter - zäh wie Kaugummi, alle muffeln, maulen, heulen, kreischen, schreien und machen, wie selbstverständlich nicht das, was ich jetzt möchte. 

Aber ganz tief, in meinem Herzen, weiß ich, dass ich die schlechte Laune verbreite. Weil der Tag doof ist, wei ich mir einrede, dass er doof ist. Genaugenommen hat das schon gestern Abend angefangen. Ich habe vergessen zu tanken. Konnte das aber auch gestern Abend nicht mehr erledigen, weil ich mal wieder ohne Geldbeutel unterwegs war. D.h. ich muss heute in der Früh, auf dem Weg in die Arbeit tanken, Zeitverlust, Stress, Genervt. 
Und dann habe ich gestern Abend gesehen, dass es wieder schneit. Richtige schöne, dicke, fette Flocken. Die Kinderherzen jubeln. Ich denke schei..., das gibt Verkehrschaos morgen Früh. Stress, schlechte Laune. 
Dann fällt mir noch die wichtige Besprechung in der Arbeit ein. Die, für die ich alles mögliche herrichten und vorbereiten muss und auch noch Gebäck beim Bäcker organisieren darf. Und auch dieses will morgen in der Früh noch abgeholt werden....schlechte Laune hoch drei und ach, einfach alles schon mal  riesengroßer Mist. 

Mit diesem Gedanken-schlechte-Laune-Wirrwarr gehe ich ins Bett. Keine gute Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf. 

Bääämm, Plärr, der Wecker klingelt. Genervt ziehe ich mir das Kissen über den Kopf. Und mir fallen sofort all diese Dinge, die gleich in der Früh erledigt werden wollen, ein. Die Dinge, weswegen ich gestern Abend schon schlechte Laune hatte. Und da war sie auch schon. Die schlechte Laune. Sagt "Schei....Tag heute" und macht es sich gemütlich. Scheint als wollte sie länger bleiben, die schlechte Laune.

Ich weiß, dass die Kinder nichts dafür können, dass ich ungebetenen Besuch habe. Es ist nicht Ihre Schuld, dass ich nicht tanken war, dass es schneit und ich noch zum Bäcker muss. Sie verhalten sich ganz normal, wie an jedem Morgen unter der Woche. Sie sind müde und wollen ihre Ruhe. Groß will sein Hörspiel hören und Klein will sich nicht anziehen, bevor wir nicht eine Runde verstecken gespielt haben. Alles wie immer, nicht schlimm, nicht sehr zeitaufwendig, Dinge, die wir normalerweise auch an einem Arbeitstag gut wuppen können und alle pünktlich aus dem Haus kommen. Nur die Mama hat heute schlechte Laune zu Besuch. Ich bin diejenige, die alles verkompliziert heute morgen, mit ihrem Genörgel und Geschimpfe. Ich komme aber gerade nicht raus aus meiner Haut. 
....
Mittlerweile sitze ich an meinem Schreibtisch und habe schon einiges erledigt heute morgen. Und ich muss mir selbst eingestehen, dass sich nichts von all meine Befürchtungen bewahrheitet hat. Ich kann Klein pünktlich bei den Großeltern abgeben und die Oma spielt eine Runde Verstecken mit ihr. Die Straßen sind frei, kein Schnee oder Matsch. Ich bin die Einzige beim Bäcker und kann mein Gebäck abholen. Ich bin auch die Einzige beim Tanken. Ein kurzer Blick auf mein Handy hält die Nachricht eines Kollegen bereit, Stau auf der Autobahn. Prima, gerade rechtzeitig. Ich umfahre den Stau und komme pünktlich in der Arbeit an. Die erste Kaffeerunde mit lieben Kollegen und der Sonne, die zum Fenster reinscheint, tut richtig gut. 
Meinen "Schlechte-Laune-Besuch" habe ich vorhin nach Hause geschickt. Die "Gute-Laune" hat sich auf den Weg gemacht und kommt hoffentlich bald mit ihren Freunden "Entspann-dich-mal" und "Hallo-Wach" hier an.

Und es ist so schön zu sehen, wie der Frühling mit aller Kraft gegen den Winter und Schnee ankämpft.

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