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Auf, auf ins neue Jahr - von Bruchlandungen, vom wieder aufstehen und Familienglück

Es ist da und schon wieder fast einen Monat alt. Das Jahr 2019. Die Zeit rennt und doch schien sie in den vergangenen Monaten manchmal regelrecht still zu stehen.

Lange habe ich nichts mehr geschrieben, hatte keine Kraft, keine Lust, keinen Plan. Bewunderte immer neidisch andere Blogs, die ich gerne lese. Viele Artikel sprachen mir aus der Seele. Ich habe mich verkrochen. Gehofft, dass schon irgendwann alles werden wird. Habe mit mir selbst gerungen, mit Klein gelitten und Groß vernachlässigt.

Der letzte Herbst war schlimm. Kleins Flugversuch in Richtung Freiheit und Selbständigkeit im Kindergarten endete nach wenigen Versuchen mit einer Bruchlandung. Knallhart auf dem Boden der Realität. Und die Realität hieß in diesem Fall Loslassen, zu viele Kinder, zu laut, kein großer Bruder in der Nähe, auf sich selbst gestellt sein.
Nach dieser ersten Bruchlandung fiel es Klein sehr schwer wieder aufzustehen. Aber sie ist ein tapferes, kleines Mädchen, sie hat gekämpft, mit Mama und Papa gemeinsam, mit Groß an ihrer Seite. Sie ist immer wieder aufgestanden, auch wenn es sie so viel Kraft und Tränen gekostet hat.
 Aber sie hat es geschafft, sie fliegt. Langsam, in ihrem Tempo, vorsichtig, damit sie nicht wieder auf dem harten Boden landet. Sie fliegt leise und in kleinen Runden, immer mit sicherem Abstand zu Bezugspersonen. Aber sie fliegt. Sie macht das toll. Und ich bin soooooo stolz!

Eines hat mir diese Bruchlandung mal wieder ganz deutlich gezeigt. Wir vier gehören zusammen, sind eine Einheit. Eine Familien in ihrem Nest, in dass die kleinen Vögel zurückkommen können, nach den anstrengenden ersten Flugversuchen. Ich habe gesehen wie sehr Klein ihren großen Bruder vergöttert. Ich habe gesehen wie Groß mit dieser neuen Kindergartenbelastung von Klein mitgelitten hat. Ich habe gemerkt, dass ich ohne meinen Mann das Handtuch geschmissen hätte. Er hat mich weitergezogen, jeden Tag, jeden Abend. Er hat mir Mut gemacht in vielen Gesprächen, auch mal mit erhobenem Zeigefinger. Er hat mir immer wieder aufs neue gesagt, dass wir es schaffen werden. Klein, Groß, er und ich. Zusammen. Er hat mich getröstet, wenn mich der Mut und die Kraft mal wieder völlig verlassen haben.

Familienglück

Oft sehe ich es nicht, dieses Glück. Das Glück, dass wir UNS haben. Das Glück, zwei gesunde, muntere, fröhliche, wunderbare Kinder zu haben. Oft geht es unter in all der Alltagshektik. Doch dann schleicht es sich wieder rein, ganz leise. Klopft an und sagt, halt mal still, schau mal, hör mal. Es kommt in Form von dreckigen Händen, die umarmen wollen, von mit Nutella-verschmierten Mündern, die Bussis geben wollen, von einem "Lieb Dich Mama" genuschelt kurz vor dem Einschlafen. In Form von herzhaftem Kinderlachen, von täglichem Fortschritt "Ich kann das alleine, Mama". All diese wunderbaren Kleinigkeiten ergeben das große Ganze. Familienglück!


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